…aber nicht nur Veranstalter machen Tickets teuer!

November 24, 2007

Man sollte meinen, dass ein so großer Player im Ticketing wie Eventim auch zu den günstigen Anbietern gehört. Tja, falsch gedacht. Nicht nur dass Eventim immer 1-2 € auf den Ticketpreis aufschlägt, nein, dazu kommen nochmal 4,90€ Bearbeitungsgebühr. Bei der Konkurrenz wie ticketcenter.de ist das Ticket zwar günstiger, aber auch hier kostet der Versand nochmal 3,50€. Auch wenn die Online-Tickethändler viele tolle Features bieten, drängt sich der Verdacht auf dass hier nochmal schön mitverdient wird.

Um den Aufpreis von 7 € zu sparen gehe ich dann doch lieber zur örtlichen Theaterkasse. Und mit etwas Glück haben die auch Hardtickets, die im Vergleich zu den sterilen Onlinehändler-Tickets eh viel schöner sind!

Zu einer Rich User Experience gehört auch der Preis, Freunde der Sonne!


Gier macht auch gesunde Branchen krank!

November 23, 2007

Es war etwas besonderes die Helden meiner Jugend zu sehen. Und die Toxic Twins rocken mit Ende 50 immer noch mehr als manche aktuelle mittzwangiger Band. Aerosmith in der Köln Arena war ein Erlebnis. Steven Tyler ist einzigartig und Joe Perry war für mich schon immer eine Ikone… und obwohl mich das Konzert positiv emotionalisiert hat, bleibt im Rückblick ein fader Beigeschmack.

Die Kartenpreise fingen bei 70€ an. Und dies hatte Folgen, denn so blieben viele Plätze leer (am Eingang wurden Oberrang-Karten gegen Unterrang-Karten getauscht, weil der Oberrang geschlossen blieb) und der Altersdurchschnitt der Besucher war sehr hoch. Dies widerrum drückte etwas die Stimmung, denn nicht jeder Zuschauer gehobenen Alters ist noch so agil wie die Herren Aerosmith. Und das gefiel der Band an manchen Stellen gar nicht.

Dabei hatten Aerosmith einige ihrer größten Erfolge wie das Album Get A Grip und die Hit-Single I Don´t Wanna Miss A Thing doch in den 90ern, sollten also auch ein Publikum in meinem Alter ansprechen. Doch diese Chance wurde schon durch die Kartenpreise verschenkt.

Das dies kein Einzelfall war zeigen Stimmen aus den USA ,die die von Konzertveranstaltern wie Live Nation zu hoch angesetzten Ticketpreise in zu großen Venues bemängeln. Unlängst mussten Auftritte von z.B. Maroon 5 oder Kelly Clarkson in kleinere Hallen verlegt werden, da der Vorverkauf schleppend lief.

Ein nur halbvolles Konzert oder die Meldung in eine kleinere Venue umziehen zu müssen, lässt immer einen faden Beigeschmack. Man hat das Gefühl dass die Band nicht mehr “heiss” ist. Dies beschädigt die Marke der Band und wirkt sich damit negativ auf alle Einnahmesparten aus. Gerade ein Fan der viel Geld für eine Karte investiert und dann in einer halbvollen Venue steht, wird die Gier des Künstlers anprangern und sich im schlimmsten Fall komplett von ihm abwenden. Das sollte einer 360°-Firma wie Live Nation bewusst sein.

Viele blicken im Zeitalter der schwindenden Umsätze/Gewinne im Bereich Recorded Music auf die Konzertbranche. Und so mancher Veranstalter läuft mit geschwellter Brust durch die Gegend und fühlt sich als Cash Cow.

Man kann Veranstalter, Agenturen und Künstler nur davor warnen die gleichen Fehler wie die Plattenindustrie zu machen: Verliert nicht Eure Zuschauer aus den Augen! Seit loyal zu ihnen und sie werden loyal zu Euch sein.